Bei einem Konzertbesuch steht erwartungsgemäß die Musik im Mittelpunkt und nicht der Mensch. Das Black Forest Festival hingegen setzt auf ein radikal anderes Konzept: Intimität. Zwischen März und Juni wird das 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel Saigerhöh im Schwarzwald zur Bühne: Fünf Festivalwochen locken mit handverlesenen Ensembles und Solisten, dem Mythos Stradivari sowie persönlichen Begegnungen und Genuss. Das traditionsreiche Hotel Saigerhöh verwandelt sich in einen musikalischen Salon des 21. Jahrhunderts. Hier sitzt das Publikum so nah am Geschehen, dass es den Atem der Musiker hören und den feinen Kolophonium-Staub der Streicherbögen im Scheinwerferlicht sehen kann.

Vom Infinity-Pool aus reicht der Blick bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen © Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Vom Infinity-Pool aus reicht der Blick bis zu den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen © Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Jeder Tag eine ausgeklügelte Choreografie

Das Festival ist nicht als bloße Abfolge von Konzerten gedacht, sondern als ganzheitliches Erlebnis. Es verbindet die drei Säulen des guten Lebens: Hochkultur, kulinarische Genüsse und die regenerative Kraft des Schwarzwaldes. Zwischen März und Juni hat das Hotel Saigerhöh vier besondere Arrangements an jeweils vier Tagen zusammengestellt, bestehend aus drei Übernachtungen, Gourmet-Halbpension, drei Konzerten und einem Vortrag. Die Ensembles wurden sorgfältig ausgewählt, um eine große Bandbreite von jugendlichem Sturm und Drang bis hin zu gereifter Meisterschaft abzudecken.

Ein typischer Festival-Tag im Hotel Saigerhöh folgt einer ausgeklügelten Choreografie: Nach einem ausgiebigen Schlemmerfrühstück lockt die Natur direkt vor der Haustür mit einer Wanderung durch die klare Schwarzwaldluft oder der hoteleigene Wellness-Bereich mit seiner großer Sauna-Landschaft. Vom beeindruckenden Panoramapool aus reicht der Blick von den tiefgrünen Tannenwäldern bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln der Schweizer Alpen.

Der deutsch-spanisch-malaysische Geiger Elias David Moncado macht den Auftakt beim Black Forest Festival 2026 © Zuzanna Specjal
Der deutsch-spanisch-malaysische Geiger Elias David Moncado macht den Auftakt beim Black Forest Festival 2026 © Zuzanna Specjal

Echte Dialoge mit den Künstlern

Die Konzerte finden meist um 17:30 Uhr statt. Nach dem musikalischen Genuss folgt der kulinarische. Ein 3-Gänge-Menü aus der regional inspirierten Gourmetküche bildet den Rahmen für Gespräche – auch mit den Künstlern, denn diese mischen sich unter die Gäste. Hier werden keine Autogrammkarten über Absperrungen gereicht, sondern es entstehen echte Dialoge. Den Auftakt (22.3.–25.3.) macht Elias David Moncado. Der deutsch-spanisch-malaysische Geiger ist ein Phänomen. Als jüngster Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe und Stipendiat der Anne-Sophie-Mutter-Stiftung verfügt er nicht nur über eine makellose Technik, sondern auch über eine künstlerische Vision. Gemeinsam mit seiner Stradivari „Ludwig, Ex-Szigeti“ und zwei musikalischen Weggefährten zeigt er sich nicht nur als klassischer Solist, sondern auch als inspirierender Kammermusikpartner.

Andrea Cicalese (19.4.–22.4.) hingegen verkörpert mit seiner Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1731 die große italienische Geigentradition. In der Welt der Streichinstrumente gilt Guarneri neben Stradivari als Krone der Schöpfung. Während Stradivaris oft für ihre engelhafte Reinheit gelobt werden, besitzen Guarneris eine dunkle, fast menschliche Urgewalt im Klang. Cicalese versteht es meisterhaft, diese Farben hervorzulocken.

Das Ensemble der Riehener Serenaden (10.5.–13.5.) trägt den Geist der Basler Kammermusikszene. Basel gilt als Schmelztiegel für historisch informierte Spielweise und moderne Offenheit. Der Auftritt im Mai steht im Zeichen der Leichtigkeit und Eleganz, passend zum Frühsommer. Den Abschluss (7.6.–10.6.) bildet das Kuss Quartett. Seit über 30 Jahren setzt dieses Ensemble weltweit Maßstäbe. Es ist bekannt dafür, Programme zu kuratieren, die den Zuhörer herausfordern und gleichzeitig beglücken. Das Kuss Quartett spielt nicht nur Noten, sondern dekonstruiert Werke und setzt sie neu wieder zusammen, immer auf der Suche nach der Wahrheit hinter der Partitur.

"Antonio Stradivari", Band I-VIII
„Antonio Stradivari“, Band I-VIII © „Antonio Stradivari“ vom Jost Thöne Verlag

Mythos Stradivari

Abgerundet wird jedes einzelne Paket durch den Vortrag „Mythos Stradivari“ von Jost Thöne. Der weltweit geschätzte Experte für Streichinstrumente ist Herausgeber einschlägiger Fachbücher sowie als Kurator tätig. In seinen Vorträgen öffnet er die Türen zu einer Welt, die normalerweise in Tresoren und Versicherungspolicen verborgen bleibt. Er erklärt den Gästen, warum Holz aus der „Kleinen Eiszeit“ den Klang einer Stradivari beeinflusst hat und wie man ein Multimillionen-Euro-Investment von einer guten Kopie unterscheidet. Diese Einblicke machen die Konzerte greifbar. Man hört plötzlich nicht mehr nur Töne, sondern versteht die physische Beschaffenheit der Kunst.

Das Black Forest Festival 2026 ist weit mehr als eine Konzertreihe. Es ist ein Statement gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit. Auf knapp 1.000 Höhenmetern bietet das Hotel Saigerhöh den idealen Rahmen für diese Entschleunigung. Wer die Kombination aus Schwarzwälder Gastlichkeit, High-End-Gastronomie und der Crème de la Crème der klassischen Musik sucht, wird hier fündig.

Titelbild: Hochschwarzwald Tourismus GmbH