Das Licht geht aus, der erste Ton erklingt. Alles scheint möglich in diesem Moment. Für viele junge Musiker ist genau das der Inbegriff ihres Traums: Freiheit, Ausdruck, Leidenschaft! Doch was im Konzertsaal so mühelos wirkt, hat eine zweite, weit weniger sichtbare Seite. Hinter Auftritten, Proben und Studioarbeit steht eine Realität, über die kaum jemand spricht, nämlich die Frage: Wie kann ich von meiner Kunst gut leben und langfristig erfolgreich sein?

„Musiker sind hochspezialisierte Experten“, sagt Hermann Dukek. „Aber sie erfahren oft nicht die finanzielle Wertschätzung, die einem Experten gebührt.“ Dukek kennt diese Welt nicht nur aus der Beratung, sondern aus eigener Erfahrung. In Stuttgart studierte er Schul- und Kirchenmusik, anschließend absolvierte er ein Gesangs- und Dirigierstudium an der Musikhochschule Detmold. Als Pianist und Dirigent arbeitete er an Opernhäusern in Dessau, Würzburg und Magdeburg und leitet seit 2017 das Sinfonieorchester Ludwigsburg. Parallel dazu qualifizierte er sich als Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler.

Das Sinfonieorchester Ludwigsburg © Julia Kalmer
Das Sinfonieorchester Ludwigsburg © Julia Kalmer

Musiker sollen freier entscheiden können

Hermann Dukek berät Menschen ganzheitlich zu finanziellen Themen. Er begleitet Künstler dabei, ihre finanzielle Basis so zu gestalten, dass künstlerische Entscheidungen nicht aus Geldnot getroffen werden müssen. „Ich möchte, dass Musiker freier entscheiden können, welche Musik sie machen.“

Denn die Realität vieler Karrieren sieht anders aus als das Idealbild. Der Weg ist selten geradlinig, Einnahmen kommen in Wellen. Ein gut gefüllter Monat mit Konzerten kann plötzlich von einer Phase abgelöst werden, in der kaum Engagements zustande kommen. Gleichzeitig laufen die Ausgaben weiter: Instrumente, Technik, Reisen, Unterricht, Eigenmarketing und nicht zuletzt der eigene Lebensunterhalt.

„Es ist wie mit den sieben fetten und sieben mageren Kühen in der biblischen Josefs-Geschichte“, sagt Dukek. „Vorsorge ist die Lösung.“ Was simpel klingt, ist für viele Künstler ein blinder Fleck. Finanzplanung wird oft vertagt zugunsten von Proben, Projekten und der eigenen künstlerischen Entwicklung. Verständlich, aber riskant.

Alles beginnt mit einer guten Beratung © aymane jdidi/Pixabay
Alles beginnt mit einer guten Beratung © aymane jdidi/Pixabay

Finanzielle Planung ist wie ein Instrument

Dabei liegt gerade in den frühen Jahren ein entscheidender Hebel. „Viele sind überrascht, wie wenig man investieren muss, wenn man früh anfängt“, sagt Dukek. Und fügt augenzwinkernd hinzu: „Der Zinseszinseffekt ist von Albert Einstein nicht umsonst als achtes Weltwunder bezeichnet worden.“ Sein Vergleich ist so einfach wie treffend: „Finanzielle Planung ist wie ein Instrument – je früher man übt, desto besser wird man.“

Ein erster Schritt ist oft banaler, als man denkt: Überblick schaffen. Denn die Einnahmen eines Musikers setzen sich selten aus nur einer Quelle zusammen. Gagen, Unterricht, Streaming, Förderungen, gelegentlich Lizenzen. Vieles fließt parallel, manches unregelmäßig. Ohne Struktur verliert man schnell den Überblick.

Besonders wichtig ist ein solides Sicherheitsnetz aus drei bis sechs Monatsausgaben als Reserve. Das klingt zunächst nach Verzicht, bedeutet in der Praxis aber vor allem eines: Ruhe. Und diese Ruhe kann künstlerisch entscheidend sein. Wer nicht jeden Auftrag aus finanzieller Not annehmen muss, kann Projekte bewusster auswählen, Risiken eingehen, Neues ausprobieren. „Rücklagen schaffen Freiheit“, sagt Dukek. „Freiräume für Kreativität“.

Nun muss das Geld nur noch richtig angelegt werden © Gemeinfrei/Pixabay
Nun muss das Geld nur noch richtig angelegt werden © Gemeinfrei/Pixabay

Auch die Altersvorsorge im Blick haben

Ein weiteres Thema, das viele lieber ausblenden, ist die Altersvorsorge. Verständlich, denn wer mitten im Aufbau seiner Karriere steckt, denkt selten an die Zeit danach. Doch gerade für Selbstständige ist sie zentral. „Die wenigsten Musiker haben gelernt, langfristig zu planen“, beobachtet Dukek. Seine Lösung: flexible Modelle, die sich dem unregelmäßigen Einkommen anpassen. In guten Zeiten mehr investieren, in schwächeren weniger, ohne dabei den Faden zu verlieren.

Noch unmittelbarer ist die Frage der Absicherung. Denn kaum ein Beruf ist so eng an körperliche und mentale Leistungsfähigkeit gebunden wie der des Musikers. Eine Verletzung, ein Hörschaden oder auch psychische Belastungen können die Karriere abrupt beenden.

„Viele junge Menschen denken: Ich bin gesund, mir passiert nichts“, sagt Dukek. „Aber jahrelanges Üben, permanenter Druck und ständige Bewertung gehen nicht spurlos vorbei.“ Gerade Themen wie Auftrittsangst oder Erschöpfung würden oft unterschätzt. Umso wichtiger sei es, frühzeitig vorzusorgen. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung sich selbst gegenüber.

Dirigent und Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler Hermann Dukek © Hermann Dukek
Dirigent und Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler Hermann Dukek © Hermann Dukek

Chancen nutzen

Dass finanzielles Bewusstsein oft fehlt, hat auch mit unserer Schul- und Ausbildung zu tun. In der Schule wird ein sinnvoller Umgang mit Geld nicht gelehrt. Musikhochschulen vermitteln technische Brillanz, künstlerischen Ausdruck und stilistische Vielfalt. Dazu braucht es jemanden, der einem das Wissen über Absicherung und Vermögensaufbau nahe bringt. „Der Umgang mit Geld sollte etwas ganz Selbstverständliches sein, denn Geld ist die Basis für alle notwendigen und schönen Dinge des Lebens“, sagt Dukek.

Seine eigene Geschichte zeigt, wie leicht Chancen ungenutzt bleiben. Als Student verdiente er vergleichsweise gut. Doch das Geld blieb einfach auf dem Konto liegen. „Mir fehlte das Mindset“, sagt er rückblickend. „Ich wusste einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte, um mir ein gutes Leben zu ermöglichen.“ Eine Erfahrung, die er heute bei vielen jungen Musikern wiedererkenne.

Besonders hart trifft es viele erst später, wenn Verantwortung dazukommt, etwa wenn Familie, feste Kosten und gesundheitliche Themen eine größere Rolle spielen. Dann wird aus einem abstrakten Thema schnell eine existenzielle Frage.

© Gemeinfrei/Pixabay
© Gemeinfrei/Pixabay

Regelmäßiges Sparen und Investieren

Und was ist mit dem oft gehörten Argument, man müsse erst „erfolgreich“ sein, bevor sich Vermögensaufbau lohnt? Dukek widerspricht entschieden: „Erfolg bedeutet nicht automatisch finanzielle Sicherheit.“ Selbst Musiker mit festen Engagements oder gut gefüllten Kalendern seien nicht automatisch abgesichert. „Vermögensaufbau ist einfacher mit viel Geld – aber notwendiger mit wenig.“ Am Ende sind es keine spektakulären Strategien, sondern Gewohnheiten, die dann den Unterschied ausmachen, nämlich „regelmäßiges Sparen und Investieren“, betont Dukek.

Was daraus entstehen kann, ist mehr als nur finanzielle Stabilität. Es ist ein anderes Leben als Musiker: eines, in dem man nicht nur sein Instrument beherrscht, sondern auch die eigenen Rahmenbedingungen gestaltet. In dem man Projekte aus Überzeugung wählt statt aus Zwang und in dem man langfristig plant.

Der springende Punkt ist der: finanzielle Planung bedeutet nicht Einschränkung, sondern Erweiterung. Erweiterung der Möglichkeiten, um sich den Raum zu schaffen, den die Leidenschaft für die Musik verdient. Denn so frei ein Moment auf der Bühne auch wirken mag, so selten entsteht er zufällig. Und manchmal beginnt er genau dort, wo man ihn am wenigsten erwartet: bei einem klaren Blick auf die eigenen Finanzen.

Mehr Informationen unter www.moneymagicmusic.com

Aufmacherbild: © Hermann Dukek