So vielfältig wie das Leben selbst – Familienensembles
Ein besonderer Preis wird im Rahmen des Bundeswettbewerbs an das beste Familienensemble vergeben. Geehrt werden junge Musikerinnen und Musiker, die innerhalb ihrer Familie gemeinsam musizieren und diese Form des Zusammenspiels künstlerisch pflegen. Im vergangenen Jahr beeindruckten in Wuppertal etwa die Geschwister Valentin Leonhard und Kilian Thomas Pommée die Jury. Als Gitarrenduo erhielten sie im Beisein der nordrhein-westfälischen Kulturministerin Ina Brandes und Axel Jütz von der Wuppertaler Sparkasse den mit 5.000 Euro dotierten Preis.
Bereits zwei Jahre zuvor überzeugten vor allem die damals 13-jährigen Zwillinge Simeon und Ruvim Arestov aus Karlsruhe die Jury in der Kategorie „Violoncello und Klavier“. Vor drei Jahren wiederum ging die Auszeichnung an das Quartett der Familie Maiwald. Das Streicherensemble aus Wiesbaden, dessen Mitglieder damals zwischen elf und siebzehn Jahren alt waren, nahm den Preis in Zwickau von Dr. Heike Kramer entgegen, Leiterin der Abteilung Gesellschaftliches Engagement des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Sie hob hervor, dass Musik Menschen verbinden und emotional berühren könne – besonders intensiv dann, wenn gemeinsam mit Geschwistern musiziert werde. Hier gehe es um familiären Zusammenhalt, um gemeinsames Ausprobieren und gegenseitige Motivation.
Auch in diesem Jahr wird der Preis im Rahmen des Bundeswettbewerbs verliehen, der 2026 in Regensburg und München stattfindet. In rund 950 Wertungsspielen werden etwa 1.900 Jugendliche erwartet. Die Übergabe der Urkunde für den Familienpreis erfolgt im Konzert der Preisträgerinnen und Preisträger am Sonntag, den 31. Mai, um 11 Uhr im Vielberth-Gebäude der Universität Regensburg.

Nach dem Wettbewerb
Doch wie geht es nach dem Wettbewerb weiter? Viele Preisträgerinnen und Preisträger träumen davon, eines Tages gemeinsam mit großen Künstlerpersönlichkeiten auf der Bühne zu stehen. Mit der Konzertreihe „Meisterschüler– Meister“ wird dieser Wunsch Wirklichkeit. Der Sparkassen-Kulturfonds initiierte das Programm im Jahr 2009 gemeinsam mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Der Erfolg des Formats war so groß, dass inzwischen auch andere Festivals, darunter das Rheingau Musik Festival, das Konzept übernommen haben. Internationale Künstlerinnen und Künstler erarbeiten gemeinsam mit ehemaligen Jugend musiziert-Preisträgerinnen und -Preisträgern Konzertprogramme, die anschließend gemeinsam aufgeführt werden.
Am Puls der Zeit
Auch wenn es bei Jugend musiziert um Spitzenleistungen und außergewöhnliche Talente geht, versteht sich der Wettbewerb keineswegs als elitäres Förderprojekt. Bereits die Wettbewerbe auf Regional- und Landesebene wirken weit über die eigentlichen Wertungsspiele hinaus: Als Begegnungsorte für Musizierende, Lehrkräfte und Jurys bereichern sie das kulturelle Leben vieler Städte und Gemeinden in ganz Deutschland.
Dass der Wettbewerb zugleich aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreift, zeigt sich auch in der diesjährigen Ausgabe. So bietet Jugend musiziert erneut begleitende Workshops mit Fokus auf mentale und physische Gesundheit an und reagiert damit auf den hohen Bedarf vieler Jugendlicher an Austausch und Unterstützung in diesen Bereichen. Im Rahmen eines Social-Media-Workshops erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bundeswettbewerbs zudem die Möglichkeit, eigene Inhalte rund um den Wettbewerb gemeinsam mit Medienprofis weiterzuentwickeln. Entstandene oder geplante Videos und Fotos können besprochen, redaktionell begleitet und anschließend über die offiziellen Social-Media-Kanäle veröffentlicht werden.
Die Vielfalt der vertretenen Instrumente zeigt darüber hinaus, wie unterschiedlich die Wege in die Welt der Musik sein können. Im Fokus des diesjährigen Wettbewerbs stehen als Solokategorien Klavier, Harfe, Gesang, Pop-Schlagzeug und Pop-Gitarre sowie verschiedene Ensemblewertungen für Holzblasinstrumente und Streicher.
Aufmacherbild: © Oliver Borchert