Mit knapp 18 Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. Angesichts von Metropolen wie Köln oder Düsseldorf und von Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet überrascht das nicht sonderlich. Weniger bekannt ist indes, dass es auch in den Gebieten rund um die Großstädte sehenswerte Attraktionen gibt, die eine eigene Exkursion wert sind. Um die Besucher dorthin zu locken, hat Tourismus NRW sogenannte Kulturpäckchen zusammengestellt.

Die Idee dahinter ist, einen Museumsbesuch in den eher ländlichen Regionen mit weiteren Sehenswürdigkeiten im Umkreis zu ergänzen. Die Gäste erwartet zusammen mit passenden Gastronomie- und Übernachtungsempfehlungen eine perfekte Kurzreise. Liebhabern klassischer Musik ist es aufgrund der kurzen Entfernungen in Nordrhein-Westfalen oft möglich, ihr ausgesuchtes „Kulturpäckchen“ mit dem Besuch eines Konzerthauses zu ergänzen.

Stadthalle Wuppertal und die Kluterthöhle Ennepetal

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die Kluterthöhle Ennepetal am Tag vor oder nach einem Konzertabend in der wunderschönen Historischen Stadthalle Wuppertal aus dem Jahr 1900. Das Städtchen Ennepetal liegt etwa zwanzig Kilometer von Wuppertal entfernt und beherbergt das nationale Geotop Kluterthöhle, eine der größten begehbaren Höhlen Deutschlands. Diese bietet eine Landschaft aus unterirdischen Seen, weit verzweigte Gänge und eine Vielzahl an Fossilien, die besichtigt und bestaunt werden können. Gleichzeitig dient die Höhle als Therapiezentrum, da das dort herrschende Mikroklima als besonders heilsam für die Atemwege gilt.

Die Kluterthöhle bei Ennepetal
Viele schmale und verzweigte Gänge führen durch die Kluterthöhle bei Ennepetal © Tourismus NRW e.V.

Doch nicht nur die Höhle ist eine Reise nach Ennepetal wert, auch Ausflüge ins Hülsenbecker Tal oder eine Wanderung über den Klutertberg lohnen einen Abstecher. Und von der Ennepetalsperre bietet sich ein schöner Ausblick auf das Bergische Land. Wer will, kann die Talsperre auch über eine zwanzig Kilometer lange Wanderstrecke namens „Entlang der Ennepe“ erreichen.

Konzerthaus Dortmund und das Museum Wilhelm Morgner mit RAUM SCHROTH in Soest

Museum Wilhelm Morgner in Soest
Das Museum Wilhelm Morgner mit RAUM SCHROTH in Soest beherbergt die größte Sammlung des Malers © Tourismus NRW e.V.

Wer ein Konzert in Dortmund besucht, hat es bis nach Soest nicht mehr weit. Nach rund fünfzig Kilometern erreicht man die Geburtsstadt des 1891 geborenen Malers Wilhelm Morgner, der zu den bedeutendsten westfälischen Malern des Expressionismus zählt. Obwohl Morgner nur 26 Jahre wurde, hinterließ er mehr als 200 Gemälde und 2.000 Zeichnungen. Zahlreiche seiner Werke sind in Deutschland und im Ausland ausgestellt, die größte Sammlung aber befindet sich im Museum Wilhelm Morgner mit RAUM SCHROTH. In der Dauerausstellung können Besucher die Entwicklung des Künstlers verfolgen und bekommen außerdem seine kritischen Selbstporträts zu sehen. In verschiedenen Wechselausstellungen präsentiert das Haus zudem Werke von Malern, die in Soest ausgestellt oder gewirkt haben, darunter Emil Nolde, Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker.

Im Anschluss an den Museumsbesuch können Besucher einen Rundgang durch die Altstadt machen, bei dem man einiges über die Stadtgeschichte erfährt. Wer möchte, kann aber auch einen Ausflug zum Möhnesee unternehmen und diesen mit einer Führung über die Sperrmauer sowie einer Schifffahrt oder einer Fahrradtour kombinieren. Alternativ bietet sich auch ein Abstecher zum neuen Gradierwerk in Bad Sassendorf an, das im Juni diesen Jahres fertiggestellt werden soll und wo sich eine Sole-Therme mit Meersalzgrotte befindet.

Altstadt von Soest
Die historische Altstadt von Soest lädt zu Spaziergängen ein © Tourismus NRW e.V.

Musik-Picknick mit Werken von Offenbach in Köln

Für diejenigen, die doch in einer der Metropolen bleiben wollen, bietet die Stadt Köln in diesem Jahr ein ganz besonderes Kulturhighlight. Am 20. Juni vor genau zweihundert Jahren kam hier der berühmte Operetten-Komponist Jakob „Jacques“ Offenbach zur Welt. Seinen Geburtstag würdigt die Kölner Offenbach-Gesellschaft über das Jahr verteilt mit insgesamt 125 Veranstaltungen, in denen die verschiedenen Facetten des Komponisten aufgezeigt werden. Die Feierlichkeiten gipfeln in der Themenwoche „Yes, We Cancan“ rund um den eigentlichen Geburtstag.

Schloss Pfaffendorf: Spielstätte für ein Musikpicknick der Offenbach-Gesellschaft Köln
Schloss Pfaffendorf: Spielstätte für ein Musikpicknick der Offenbach-Gesellschaft Köln © Tourismus NRW e.V.

Besonders schön ist ein Musikpicknick im Rahmen der Konzertreihe im Offenbach-Jahr in einem der Schlösser und Parks im Umland von Köln. Für dieses musikalische und kulinarische Highlight in wunderschönen Parkanlagen muss der Picknick-Korb nicht einmal selbst gepackt werden – die Körbe werden direkt am Veranstaltungsort ausgegeben. Am nächsten Tag können Besucher eine Stadtrundfahrt in einem der „Hop-on Hop-off“-Busse Kölns mit einem anschließenden Besuch des Museums Ludwig verbinden, in dem sich Werke des 20. Jahrhunderts und Gegenwartskunst befinden. Unter anderem können Kunstliebhaber hier die umfangreichste Pop-Art-Kollektion Europas sowie die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt besichtigen.

Ab März gibt es Informationen zu weiteren Kulturpäckchen

Es lohnt sich also, mehr Zeit in Nordrhein-Westfalen zu verbringen. Nicht nur für Touristen bietet sich eine Fülle von kulturellen Erlebnissen, auch Einheimische haben bestimmt das eine oder andere Museum noch nicht besichtigt. Wer sich über mehr Kulturpäckchen und Kulturerlebnisse erkundigen möchte, findet ab März weitere Informationen unter der Website https://www.nrw-tourismus.de/kulturland.

 

Aufmacherbild: © Abtei Brauweiler, Spielstättte eines Musikpicknicks der Offenbach-Gesellschaft Köln